WG gesucht... und gefunden?
Ich sitze in einem Wohnzimmer von wild fremden Leuten. An der Wand klebt auf einer Retrotapete ein Poster von den Doors. Vor mir steht eine Flasche Bier auf einem Holztisch mit Kringeln von vermutlich einer Menge Flaschen Bier. „Du studierst also Wirtschaftspsychologie – analysierst Du uns jetzt?“, fragt der Leo und grinst mich an. Während er diese Frage stellt gehe ich gedanklich durch, wie oft mich neue Bekanntschaften bereits danach gefragt haben und ich ärgere mich immer noch keine schlagfertige Antwort darauf ausgetüftelt zu haben. Nach einem kurzen beschnuppern der restlichen Mitbewohner wird mir ein dunkles 15 qm-Zimmer gezeigt, danach die Küche und das kleine Bad. Nach dem Rundgang setzen sich alle noch mal auf die abgeranzten Sofas im Wohnzimmer und schauen mich erwartungsvoll an, ich stelle meine obligatorische Frage: „Bei WG-gesucht hattet ihr ja reingeschrieben, dass die Wohnung all inclusive 290 kosten soll, richtig?“ Weitere Fakten werden besprochen und mir werden persönliche Fragen gestellt - ob ich gerne zusammen kochen oder auch mal feiern gehen würde.
Bei manchen Wohnungsbesichtigungen fühlt man sich wie bei einem Kreuzverhör oder bei einem Vorstellungsgespräch für einen Job bei einer Reinigungsfirma. Besonders lustig war die folgende Frage, als es um ein 10 qm großes (!) WG-Zimmer ging: „Hey, warum sollen wir ausgerechnet DICH nehmen?“. Dann habe ich das dringende Bedürfnis schlagartig die Flucht zu ergreifen.
Und dann gibt es Besichtigungen die sind einfach toll. Man kommt in eine helle Wohnung und wird mit einem breiten Lächeln begrüßt. Es gibt Kaffee und Kekse und in ganz lockerer Atmosphäre erzählt man sich von der letzten Reise, von den Kommilitonen-Nerds und wohin es einmal beruflich gehen soll. Und dann sieht man die lange Liste von Anwärtern und Anwärterinnen. Beim Klären der Fakten klingelt es schon wieder an der Tür und eine der Mitbewohnerinnen beginnt mit der nächsten Wohnungsführung. Hastig wird noch die Telefonnummer notiert und man verabschiedet sich. Mit etwas Glück bekommt man dann das Zimmer oder darf weiter suchen.
Nächste Woche schreibe ich darüber, wie ich Mitbewohner suchen würde – natürlich mit Ratingskalen und Ausfüllen des LMI :).
thewipsy am 15. Oktober 15
|
Permalink
|
2 Kommentare
|
kommentieren
Kneipenguide Vol. 1
Ihr mögt Kneipen, und Bars? Wir auch. Deshalb teilen wir mit euch unsere Erfahrungen in der Osnabrücker Kneipenszene. Los geht’s mit dem Grünen Jäger!
Der Grüne Jäger ist zweifelsfrei ein Klassiker in der Kneipenlandschaft. Er besteht bereits seit 1859 und war schon damals die Topadresse in der Stadt. Den Charakter dieser Kneipe kennt von daher jeder in Osnabrück. Stets jung und studentisch, dennoch für jedermann zu empfehlen.
Der Grüne Jäger zählt eher zu den rustikalen Kneipen in der Stadt mit Kicker und Dart. Man sitzt an langen Holztischen und Bänken in urig-gemütlicher Atmosphäre. Wer gerne Fußball schaut, ist im Grünen Jäger auf jeden Fall auch richtig, die Kneipe füllt sich zu jedem Bundesliga, Champions-League und allen anderen großen Turnieren schnell.
Die Auswahl an Getränken ist groß. Es gibt diverse Biersorten vom Fass und aus der Flasche. Aber auch Wein, Longdrinks, Cocktails stehen auf der Karte und sind zu guten Preisen erhältlich. Ein besonderer Klassiker ist der „Essacher Luft“, ein Schnaps den jeder Erstsemesterstudent in Osnabrück kennenlernt. Meine Empfehlung ist vor allem die Altbierbowle mit Pfirsichen, die man wohlgemerkt selbst an der Theke bestellen muss!
Besonderheiten: Der Wintergarten, der sein Dach im Sommer öffnet und durch den ein Baum wächst!
Deshalb unsere Meinung: absolute Kultkneipe und jeden Besuch wert!
thewipsy am 15. Oktober 15
|
Permalink
|
2 Kommentare
|
kommentieren